Privat - Stories
Neues von "Katz"
Woher kommt eigentlich der Spruch "... so manierlich essen, wie eine Katze"? Das frage ich mich schon seit geraumer Zeit mit einem schrägen Seitenblick auf den Fressplatz meiner Aniko.
Dort stehen im Regelfall 3 Näpfchen - alle aus auf Hochglanz poliertem Metall mit Anti-Rutsch-Fuss. Nach der allmorgendlichen Betteltour (Madamchen wuselt mir dermassen um die Beine, dass ich es schwer habe, die 3 Schritte bis zum Vorratsschrank zu schaffen, geschweige denn, etwas herauszunehmen, ohne sie selbst anschliessend
AUCH herausholen zu müssen) werden ihre 3 Näpfe liebevoll gesäubert und mit frischen Leckerlis gefüllt: Einmal ihr Trockenfutter, die kleinen, heissgeliebten "Bällchen" extra für MaineCoons, das Schälchen mit dem frischen Wasser und last but not least ihr "normales" Tütenfutter.
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Dass das alles etwas länger dauert, kann sich der bundesdeutsche Durchnitts-Katzenbesitzer sicherlich vorstellen: Der Liebling führt sich derweil auf, als habe er seit
Wochen nichts mehr zu beissen gekriegt und als müsse er sich gleich erst einmal "für eine Woche auf Vorrat" vollfressen.
Ist das Mahl dann schlussendlich angerichtet, stolziert Katz mit hocherhobenem Schwänzchen um die Töpfe und inspiziert den Inhalt. Anschliessend wird sich erstmal hingesetzt und sinniert,
womit man denn nun anfängt: Ah, dieses Mal ist es das "Tütenfutter". Madamchen greift also mit der Tatze in die Schale, ergattert sich ein Bröckchen, führt dieses zum "Munde" ... riecht daran und plaziert es anschliessend gezielt in das Schälchen mit dem frischen Wasser. Und das nahezu jedes Mal (spätestens abends lässt sich das Wasser dann ziehen wie Kaugummi).
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Und ein weiteres Mal wird mit der Tatze in den Topf gegriffen,
wieder wird ein Bröckchen herausgeholt und wieder wird daran gerochen. Ein Blick in die Wasserschale verrät ihr, dass sich dort bereits eines der Bröckchen befindet. Also was tun? Man lässt es also auf den Boden fallen und passt auf, was nun passiert. Als nach 30 - 60 Sekunden immer noch nichts passiert ist, wird es langweilig: Das Ding
WILL einfach nicht weglaufen. Also wird "nachgeholfen" und das Bröckchen einmal quer durch die gesamte Küche "gejagt". Scheint es dann nach ca. 5 - 7 Minuten endlich "tot" zu sein, wird es genüsslich verspeist (natürlich erst, nachdem man seine Beute in die Ecke neben dem Schrank "verschleppt" hat). Das nächste Bröckchen wird geholt ...
Uach ca. 25 Minuten "Trockenzeit" sieht die Küche aus, als wäre sie von einer Invasion
Nacktschnecken heimgesucht worden. Kann nicht jemand mal meiner Katze das Lesen beibringen? Dann wüsste sie wahrscheinlich, das Katzenfutter bereits "tot" ist,
BEVOR es in Tüten gefüllt wird ...
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Nachdem dann meine Küche genug Jagdspuren aufweist, ist Katz erstmal so geschafft, dass sie sich ausruhen muss und in ihr Bettchen verschwindet. Mama renoviert derweil die Küche ... (frisches Wasser gebe ich ihr an dem Tag nicht mehr, denn sonst beginnt die Prozedur spätestens mittags ein zweites Mal...)
Apropos "mittags": Ungefähr um diese Zeit hat Katz dann ihr erstes Schönheitsschläfchen hinter sich und es meldet sich erneut sowas wie Hunger ... oder was auch immer bei ihr der Grund ist, die Fressnäpfe aufzusuchen.
Dieses Mal sind es die kleinen "Bällchen", die es ihr angetan haben. Also raus damit aus dem Napf, rein in die Küche und ab damit ins Wohnzimmer, dort ist mehr Platz und die Bällchen lassen sich hervorragend unter Couch und Sessel hindurch unter den nächsten Schrank jagen ... um anschliessend eine geschlagene Viertelstunde regungslos davorzusitzen und aufzupassen, ob "es" wiederkommt. Es
kommt aber nicht... . *arghhhlll*
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*Grübel* ... in der Küche gibt es aber "Nachschub". Das nächste Bällchen wird geholt und - oh Wunder - gefressen. Aber nicht ganz, versteht sich: eine
Kleinigkeit lässt man übrig - es könnten ja schlechte Zeiten kommen. Diese Kleinigkeit wird dann irgendwo in der Küche untergebracht. Das nächste Bällchen ...
Wenn dann gegen Abend die Fressnäpfe leer (gepielt) sind, sitzt Katz erwartungsvoll vor mir mit einem Blick, als hätte sie eine Woche nichts zu fressen bekommen. Aber das hatten wir schon! Wenn dann die Küche wieder einigermassen begehbar ist, füllt Mama
liebevoll die Fressnäpfe: Mit Bällchen, Wasser und "Tütenfutter"...
Es ist für mich ein bis heute ungelöstes Rätsel, wie Aniko bei
diesem Fressverhalten 10 Monate alt werden konnte...
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